DIE UMFANGREICHSTEN JUBILÄUMSFEIERN ALLER ZEITEN
2026 jährte sich zum 90. Mal der Tag der Gründung der Johann Strauss-Gesellschaft Wien. Niemals zuvor in ihrer Geschichte hatte die Gesellschaft einen ihrer runden Geburtstage so ausgiebig gefeiert wie diesen. Sie zelebrierte das Jubiläum mit insgesamt drei Festaufführungen, die über das Jahr verteilt zusätzlich zu den herkömmlichen Veranstaltungen präsentiert wurden. Dabei wurde jeweils auf die abwechslungsreiche Geschichte der JSG Wien, vor allem aber auf all ihre in neun Jahrzehnten oftmals unter schwierigsten Bedingungen erfolgten Pionierleistungen aufmerksam gemacht. Unser Titelfoto zeigt den gesamten Vorstand der Johann Strauss-Gesellschaft Wien vor dem Strauss-Denkmal im Wiener Stadtpark am 2. Juli 2026, also wenige Tage vor der 90. Wiederkehr des Gründungstages (v.l.n.r.): Komm.-Rat Christian Gerzabek, Oberst Bernhard Heher, Prof. Werner Resel, Mag. Peter Widholz, Univ.-Prof. Rainer Küchl, OStR Wilfrid Fleischmann.
Der Auftakt
Den Beginn der Feierlichkeiten bildete am 1. März 2026 eine Matinee in den dem traditionsreichen Theater in der Josefstadt angeschlossenen Sträußel-Sälen. Damit präsentierte die Johann Strauss-Gesellschaft Wien zum ersten Mal in ihrer 90jährigen Geschichte eine Aufführung in diesen historischen Räumlichkeiten, in denen bereits Johann Strauss Vater und Sohn mit ihrem jeweiligen Orchester aufgetreten waren.
Die Matinee bot einen Überblick über die Geschichte der JSG Wien zwischen 1936 und 1950. Dabei wurde das Leben und das Schicksal eines ihrer namhaftesten Präsidenten, nämlich Edmund Eyslers, in den Mittelpunkt gestellt. Eysler, der von 1874 bis 1949 lebte, war einer der bedeutendsten und international erfolgreichsten Vertreter der Silbernen Wiener Operette. Von 1947 bis 1949 stand er der Gesellschaft als Präsident vor und verlieh ihr relativ rasch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder jenes internationale Ansehen, das sich die Gesellschaft bereits vor dem Krieg erworben hatte.
Die Karten für diese Veranstaltung waren bereits Wochen zuvor vergriffen. Durch das Programm führte der Präsident der Gesellschaft, Prof. Mag. Peter Widholz, und trat dabei, begleitet von den Johann Strauss-Konzertschrammeln, mit einigen der prominentesten Operettenlieder Eyslers auch sängerisch in Erscheinung. Die Doyenne des Theaters in der Josefstadt, Kammerschauspielerin Marianne Nentwich, las in ihrem unverwechselbaren Stil aus historischen Dokumenten und erhielt am Ende der Matinee aus den Händen von Peter Widholz unter großem Jubel des Publikums für ihre Jahrzehnte lange Mitwirkung bei Veranstaltungen der Gesellschaft deren Ehrenmitgliedschaft. Weitere Mitwirkende der Matinee waren der Urenkel Edmund Eyslers, Univ.-Prof. Dr. Paul Wagner, und Mag. Martin Fabisch, der Bezirksvorsteher der Josefstadt, des seinerzeitigen Heimatbezirks Eyslers.

Am Tag danach veröffentlichte „Der Neue Merker“ online eine ausführliche Kritik von Marisa Altmann-Althausen, die mit folgenden Worten schloss:
„Eine überaus wertvolle, hochkarätige und hochemotionale Matinee im Gedenken an den 12. März 1938 und dessen Folgen am Beispiel des Schicksals des großen, österreichischen Komponisten Edmund Eysler, an alle Opfer des Holocausts und an alle Menschen, die zur Zeit Opfer der Kriege auf der Welt sind, sowie ein Plädoyer gegen das Vergessen und für den Frieden!“
Der Höhepunkt
Am 2. Juli 2026, wenige Tage vor der 90. Wiederkehr des Gründungstages der JSG Wien – sie war am 15. Juli 1936 gegründet worden – folgte dann als zweite Festveranstaltung die eigentliche Geburtstagsfeier in Form eines Freiluftkonzerts vor dem Strauss-Denkmal im Wiener Stadtpark. Die Gardemusik Wien spielte unter ihrem Chefdirigenten, dem österreichischen Heeresmusikchef und Gardekapellmeister Oberst Prof. Mag. Bernhard Heher. Peter Widholz wirkte auch dabei als Tenor mit und bot als Moderator dieses Mal einen Überblick über die gesamte Geschichte der JSG Wien. Auf dem musikalischen Programm standen ausschließlich Kompositionen von Johann Strauss (Sohn).

Nach einer einwöchigen Hitzewelle in Ostösterreich mit bisherigen Rekordwerten von über 40° Celsius hatte es zeitgerecht am Vortag mit Regenfällen abgekühlt, sodass das aus dem In- und Ausland erschienene Publikum bei strahlendem Wetter und angenehmen Temperaturen gemeinsam mit den Mitgliedern der Gesellschaft deren Jubiläum unbeschwert unter freiem Himmel feiern konnte.

Krönender Abschluss dieses Geburtstagskonzerts war die Überreichung einer Urkunde an Oberst Bernhard Heher, mit der dieser „in Würdigung seiner von höchster Authentizität geprägten Interpretation von klassischer Wiener Musik im Rahmen von Veranstaltungen der Johann Strauss-Gesellschaft Wien“, wie Präsident Peter Widholz in seiner Laudatio hervorhob, zum Ehrenmitglied der Gesellschaft Wien ernannt wurde. Der Internetsender TV 21berichtet kurze Zeit später über die Festveranstaltung mit einem Bericht, den Sie unter folgendem Link abrufen können:
https://www.youtube.com/watch?v=4RhEcRE7XvU

FORTSETZUNG FOLGT!

