GEDENKKONZERT ZUM 225. GEBURTSTAG VON JOSEPH LANNER – APRIL 2026
Eine Rückkehr, eine Premiere, ein Erfolg!
Am 3. Juni 1999 hatte die Johann Strauss-Gesellschaft Wien im Rahmen eines Konzerts im Wiener Rathaus (siehe unser Titelfoto) des 100. Todestages von Johann Strauss gedacht (vgl. Sie dazu bitte in dieser Rubrik den Beitrag „1999: Matinee am 100. Todestag von Johann Strauss“). Es dauerte danach mehr als Vierteljahrhundert, bis die Gesellschaft mit einer neuerlichen Veranstaltung in das repräsentative Gebäude an der Wiener Ringstraße zurückkehrte. Anlass dazu gab der 225. Geburtstag von Joseph Lanner. Um in unmittelbarer Nähe seines Denkmals, das sich im Wiener Rathauspark befindet, dieses Jubiläums zu gedenken, präsentierte die Johann Strauss-Gesellschaft Wien am 18. April 2026 im stilvollen Ambiente der Veranstaltungsräumlichkeiten des Wiener Rathauskellers ein Konzert zu Ehren des „Vaters des Wiener Walzers“. Da Lanner (1801 – 1843) seine Laufbahn als selbstständiger Künstler mit öffentlichen Auftritten als Primgeiger von Trio- wie Quartettformationen begonnen hatte, gründete die Wiener Strauss-Gesellschaft extra für dieses Geburtstagskonzert ein neues Ensemble, ein Streichquartett in klassischer Besetzung (zwei Geigen, Viola und Violoncello). Damit hatte die Geburtsstunde für das bereits dritte gesellschaftseigene Ensemble geschlagen, für das Hofballmusik-Quartett JSG Wien.

Der Präsident der Wiener Strauss-Gesellschaft, Prof. Mag. Peter Widholz, ergänzte das Ensemble als Gesangssolist und führte durch das von ihm zusammengestellte Programm, das ausschließlich Kompositionen des Geburtstagskindes beinhaltete. Es bot neben Beliebtem wie den „Steirischen Tänzen“ oder Lanners absolutem Meisterwerk „Die Schönbrunner“ auch zu Unrecht Vergessenes, darunter Gesangsstücke, die entweder von Lanner selbst komponiert oder auf Basis seiner Melodien nachträglich von fremder Hand arrangiert worden waren.


Wie bereits im Lanner-Gedenkjahr 2001 hatte auch diesmal Anne Lanner Sadolin, das Familienoberhaupt der Lanner-Nachfahren, den Ehrenschutz über die Lanner-Festveranstaltung der JSG Wien übernommen. War sie damals extra für die Premiere der Lanner-Operette „Alt-Wien“ aus ihrer Heimat Dänemark gemeinsam mit zwei ihrer Kinder angereist (vgl. Sie dazu bitte in dieser Rubrik den Beitrag „2001: die allererste Operetteneigenproduktion“), wurde sie diesmal gleich von sechs Familienmitgliedern begleitet: ihrem Ehemann Poul, vier ihrer fünf Kinder und einem Schwiegersohn:

Anne Lanner Sadolin war zwar am Schluss des Konzerts spontan auf die Bühne gekommen und hatte vor versammeltem Publikum allen Mitwirkenden persönlich für die Ehrung ihres Urururgroßvaters gedankt, dennoch brachte sie ihre Wertschätzung für die Arbeit der JSG Wien im Dienste ihres berühmten Vorfahren zwei Wochen später nochmals schriftlich zum Ausdruck. Am 2. Mai 2026 übermittelte sie der Gesellschaft folgendes Schreiben:

Meine Familie und ich sind sehr geehrt durch den Besuch des Gedenkkonzerts „Hommage an Joseph Lanner“ aus Anlass seines 225. Geburtstages. Das Konzert bot eine wunderbare Verbindung von Walzern, Operetten und Galoppen, die von den sehr begabten Musikern des Hofballmusik-Quartetts JSG Wien gespielt wurden, ergänzt von der schönen Stimme von Peter Widholz. Die Vorstellung huldigte großartig Joseph Lanners Musik und Lebenswerk, und es war eine Ehre, Zeuge davon zu werden. Für mich als eine Nachfahrin von Joseph Lanner war es ein sehr berührendes Erlebnis, und wir wissen die Johann Strauss-Gesellschaft Wien für Ihre Arbeit, das kulturelle Erbe der österreichischen Musik lebendig zu erhalten, in hohem Maße zu schätzen.
Anne Lanner Sadolin
Die Dankbarkeit für das Gebotene und die damit entfachte Begeisterung fand nicht nur in dem Schreiben von Lanners Urururenkelin ihren Niederschlag, sondern auch in einer Kritik, die der „online-Merker“ wenige Tage nach dem Konzert veröffentlichte: Marisa Altmann-Althausen eröffnete ihre Beurteilung des Konzerts mit den Worten:
„Peter Widholz und das neu gegründete Hofballmusik-Quartett JSG Wien verwöhnten das sehr zahlreich erschienene Publikum mit „Gustostückerln“ aus der Feder von Joseph Lanner (1801-1843). Die Johann Strauss-Gesellschaft Wien wurde ihrem Credo, wie bei all ihren künstlerischen Produktionen, das von Johann Wolfgang von Goethe stammt, „Unterhalten, aufklären und erheben“, erneut auf das Beste gerecht!“,
um ihre Kritik nach einer Besprechung jedes einzelnen Programmpunkts mit dem Resümee zu beenden:
„Zum Abschluss ertönte, mitreißend dargebracht vom Hofballmusik-Quartett JSG Wien, „Die Schönbrunner“, Walzer, op. 200. Nach dem wohlverdienten, tosenden Applaus des begeisterten Publikums krönte Peter Widholz dieses exzeptionelle Konzert mit dem Lied „Mein Verwandter…sehr bekannter Mann von Jahren“ (Lanner im Olymp), basierend auf seinen „Schönbrunner-Walzern“. Eine wahrhaft hochkarätige „Hommage an Joseph Lanner“, womit die Johann Strauss-Gesellschaft Wien abermals ihre herausragende Exzellenz, Qualität und Fachkompetenz bewies!“
Bisherige Produktionen der JSG Wien, die ausschließlich Joseph Lanner gewidmet waren:
2001:
Aufführungsserie einer Eigenproduktion der Operette „Alt-Wien“ nach Musik von Joseph Lanner zu dessen 200. Geburtstag
2026:
„Hommage an Joseph Lanner“ – Konzert zu dessen 225. Geburtstag im Wiener Rathaus

