Geschichte
2026: Gründung
Als die Johann Strauss-Gesellschaft Wien 2026 ihr 90jähriges Bestehen feierte, konnte sie erstmal in ihrer Geschichte auf volle drei Jahrzehnte ununterbrochene künstlerische Arbeit zurückblicken. Dies war dem Umstand zu verdanken, dass die Gesellschaft 1996 ein eigenes Ensemble gegründet hatte, das Klassische Operettenensemble Wien, mit dem sie ab diesem Zeitpunkt kontinuierlich Konzerte, ja ganz Operettenaufführungen präsentieren konnte. Um ihren Mitgliedern bzw. ihrem Publikum eine noch größere Vielfalt an Eigenproduktionen in authentischer Interpretation bieten zu können, gründete die JSG Wien 2023 ein weiteres Ensemble, die Johann Strauss JSG Konzertschrammeln Wien.
In ihrem Jubiläumsjahr 2026 entschloss sich die Gesellschaft, diesen beiden bestehenden und seit ihrer jeweiligen Gründung höchst erfolgreichen Ensembles ein drittes hinzuzufügen. Da es in jenem Jahr auch des 225. Geburtstages von Joseph Lanner, dem „Vater des Wiener Walzers“, zu gedenken galt, dessen Karriere als Primgeiger von kammermusikalischen Formationen begonnen hatte, wurde ein Streichquartett in klassischer Besetzung gegründet (2 Violinen, 1 Viola, 1 Violoncello); das Ensemble erhielt den Namen Hofballmusik-Quartett JSG Wien in Beziehung auf die Tätigkeit Joseph Lanners und der Familie Strauss bei den Bällen am Wiener Kaiserhof. Am 18. April 2026 fand das Gründungskonzert des Quartetts in Veranstaltungsräumlichkeiten des Wiener Rathauses statt. Auf dem Programm stand ausschließlich Musik von Joseph Lanner.

Peter Widholz führte durch das von ihm zusammengestellte Programm und steuerte selbst ein paar Gesangsdarbietungen bei. Unter den zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besuchern fand sich auch aus dem Ausland extra für dieses Konzert angereiste Prominenz, die der Veranstaltung einen zusätzlichen Stellenwert verlieh; es handelte sich dabei um die Urururenkelin von Joseph Lanner, Anne Lanner Sadolin, die gemeinsam mit sechs weiteren Mitgliedern ihrer Familie aus ihrer Heimat Dänemark extra für diese Aufführung angereist war. Sie fand viel Lob für allen Mitwirkenden (vgl. Sie dazu bitte auch unseren Artikel in der Rubrik „Highlights“ unter „2026: Hommage an Joseph Lanner).

Lob und Anerkennung wurde dem Hofballmusik-Quartett JSG Wien bei seinem Debüt nicht nur von Seiten des Publikums zuteil, sondern auch von der Kritik. „Der Neue Merker“ berichtete bzw. urteilte kurz darauf über dieses Gründungskonzert folgendermaßen:
Peter Widholz und das neu gegründete Hofballmusik-Quartett JSG Wien verwöhnten das sehr zahlreich erschienene Publikum mit „Gustostückerln“ aus der Feder von Joseph Lanner (1801-1843). Die Johann Strauss-Gesellschaft Wien wurde ihrem Credo, wie bei all ihren künstlerischen Produktionen, das von Johann Wolfgang von Goethe stammt, „Unterhalten, aufklären und erheben“ erneut auf das Beste gerecht!
Peter Widholz faszinierte sowohl mit seinen überaus fachkompetenten, informativen und humorvollen Moderationen, in denen er aufschlussreiche Details über das Leben von Joseph Lanner verriet und über sein umfangreiches, kompositorisches Schaffen in seinem kurzen Leben, er wurde nur 42 Jahre alt, referierte, als auch mit Liedern und hinreißenden Couplets des Jubilars. Das Hofballmusik-Quartett JSG Wien, Regine Koch (1. Violine), Judith Schwaighofer (2. Violine), Herbert Suchy (Viola), Harald Herzig (Violoncello), begann das schwungvolle Nachmittagskonzert mit dem „Amazonengalopp“, op. 148 b und dem „Abendsterne“, Walzer, op. 180.
Ein „Kabinettstück“ gelang Peter Widholz mit „Es kommt nichts Bessers nach“ dem zeitkritischen Couplet des Christoph aus dem Zaubermärchen „Der Preis einer Lebensstunde“. Aktuelle Tagesthemen und Probleme unserer Zeit, in eine bravouröse, humoreske Darbietung verpackt, brillierte Peter Widholz mit pointiert gesetzten, kritischen Texten und gekonnt, geführtem Tenor! Mit der „Cerrito-Polka“, op. 189 und „Steirische Tänze“, op. 165 imponierte erneut das hervorragende Hofballmusik-Quartett JSG Wien mit Schwung, Rasanz und musikalischer Homogenität.
Peter Widholz glänzte mit dem Lied „Schwalberl, mein Alles, mein Schatz!“ aus der Operette „Alt-Wien“ nach Musik von Joseph Lanner. Ausgezeichnete Textverständlichkeit, modulationsfähige, flexible Stimme sowie akzentuierte, schauspielerische Raffinesse zeichneten seine Interpretation aus. Der spritzige „Malapou-Galopp“, op. 148 a, meisterhaft dargebracht vom Hofballmusik-Quartett JSG Wien beendete den ersten Teil des grandiosen Joseph Lanner Geburtstagskonzerts.
Mit dem Lied „Nachts, dort in der Ferne“ aus der Operette „Alt-Wien“ nach Musik von Joseph Lanner setzte Peter Widholz den exzellenten Anfang des zweiten Teils des Konzerts. Stimmungsvoll, einfühlsam mit überragender Authentizität präsentierte er das berührende Operetten-Lied. Das Hofballmusik-Quartett JSG Wien bestach mit „Die Werber“, Walzer, op. 103. Enorm authentisch, bodenständig, mit gekonnter humoresker Attitude setzte Peter Widholz „Oh, das is guat!“, in Szene, das Lied von Mathias Schmid auf die ersten beiden Melodien von Joseph Lanners „Neue Wiener Ländler“, op. 1.
Das Hofballmusik-Quartett JSG Wien beeindruckte mit „Ungarischer Nationaltanz“, op. 168 und dem „Tadolini-Galopp“, Werk ohne Opuszahl. Mit dem Satzzeichenlied des Christoph aus dem Zaubermärchen „Der Preis einer Lebensstunde“ brillierte Peter Widholz erneut in diesem fulminanten Geburtstagskonzert. Zum Abschluss ertönte, mitreißend dargebracht vom Hofballmusik-Quartett JSG Wien, „Die Schönbrunner“, Walzer, op. 200.
Nach dem wohlverdienten, tosenden Applaus des begeisterten Publikums krönte Peter Widholz dieses exzeptionelle Konzert mit dem Lied „Mein Verwandter…sehr bekannter Mann von Jahren“ (Lanner im Olymp), basierend auf seinen „Schönbrunner-Walzern“. Eine wahrhaft hochkarätige „Hommage an Joseph Lanner“, womit die Johann Strauss-Gesellschaft Wien abermals ihre herausragende Exzellenz, Qualität und Fachkompetenz bewies!
Marisa Altmann-Althausen

